Preisverleihung DRK-Medienpreis 2026
Zum 20. Mal hat das Deutsche Rote Kreuz den DRK-Medienpreis verliehen. Am 20. August 2026 wurden in Bremen vier herausragende journalistische Arbeiten in den Kategorien Text, Audio, Video und Social Media ausgezeichnet.
Eine unabhängige Jury aus Bremer Medienexpert:innen würdigte Beiträge, die gesellschaftlich relevante Themen differenziert beleuchten, bislang wenig sichtbare Lebensrealitäten zeigen und den Blick auf Menschlichkeit, Teilhabe und Verantwortung richten.
Die diesjährigen Preisträger:innen sind:
Social Media
Johannes Scheucher und Team – „redaktionandererseits“
Video
Svea Eckert, Angelika Henkel, Christiane Justus und Gabi Bauer – „Im Inneren der Cybermafia – Love.Like.Lost“
Audio
Martina Keller – „Blackbox Sterbehilfe“
Text
Nadine Ahr – „Darf ich dich kennenlernen, freundschaftlich?“
Vollständige Beiträge der Preisträger:innen
Kategorie Social Media: redaktionandererseits
Johannes Scheucher und Team
Instagram-Account „redaktionandererseits“, 2025
Der Instagram-Kanal „redaktionandererseits“ berichtet über das Leben mit Behinderung und über Inklusion. Die Redaktion setzt dabei konsequent auf barrierearme Kommunikation: Untertitel, Videobeschreibungen sowie einfache und leichte Sprache helfen dabei, Zugänge zu schaffen und Barrieren abzubauen.
Gleichzeitig macht der Account gesellschaftliche Missstände sichtbar und gibt der Community Raum, eigene Erfahrungen einzubringen. Zwölf fest angestellte Mitarbeitende mit und ohne Behinderung arbeiten paritätisch in der Redaktion zusammen und produzieren Inhalte für Social Media, Newsletter, Print und Dokumentarfilm.
Jurymitglied Sandra Lachmann würdigte die Arbeit mit den Worten: „redaktionandererseits macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt. Das gilt ganz konkret für Bilder und Themen. Es gilt aber auch für Menschen.“
Zum Instagram-Account „redaktionandererseits“
Kategorie Video: Im Inneren der Cybermafia – Love.Like.Lost
Svea Eckert, Angelika Henkel, Christiane Justus und Gabi Bauer (Redaktion)
Das Erste/ARD Story, 10. Juni 2025
Die Dokumentation „Im Inneren der Cybermafia – Love.Like.Lost“ führt von Betrug durch vermeintliche Liebesbeziehungen und Finanzversprechen zu einer globalen kriminellen Industrie.
Die Autorinnen zeigen unter anderem Bürokomplexe in Myanmar, in denen Menschen eingesperrt und dazu gezwungen werden, als sogenannte Scam Worker andere Menschen um ihr Geld zu bringen. Der Film macht damit sichtbar, dass hinter den Opfern von Onlinebetrug häufig weitere Opfer von Ausbeutung und Gewalt stehen.
„Sie verbinden in ihrem Film investigative Härte mit menschlicher Nähe. Die Opfer werden nie vorgeführt, der ganze Film ist sachlich, informativ und zeigt einem eine Welt, von der ich vorher nicht wusste, dass es sie gibt“, so Jurymitglied Jens Schnieders in seiner Laudatio.
Den ausgezeichneten Film in der ARD Mediathek ansehen
Kategorie Audio: Blackbox Sterbehilfe
Martina Keller
ARD Audiothek, 3. Februar 2025
In ihrem Radiofeature „Blackbox Sterbehilfe“ beschäftigt sich Martina Keller mit den wenig transparenten Strukturen rund um den assistierten Suizid. Dafür spricht sie mit Fachleuten aus Medizin, Recht, Forschung und Bestattungswesen.
Gleichzeitig begleitet sie die 83-jährige Hannelore Kring und deren Suizidhelfer. So verbindet Keller eine persönliche Geschichte mit grundsätzlichen Fragen nach Kontrolle, gesellschaftlicher Verantwortung, Einsamkeit und der Versorgung im Alter.
Jurymitglied Regine Suling-Williges betonte in ihrer Laudatio: „Sie bewahrt in ihrer Doku die nötige Distanz bei diesem sensiblen Thema, will nicht romantisieren und nicht stigmatisieren.“
Zum ausgezeichneten Feature „Blackbox Sterbehilfe“
Kategorie Text: Darf ich dich kennenlernen, freundschaftlich?
Nadine Ahr
DIE ZEIT, 22. Mai 2025
In ihrer Reportage „Darf ich dich kennenlernen, freundschaftlich?“ begleitet Nadine Ahr Menschen mit Beeinträchtigung bei der Suche nach Freundschaft, Nähe und Liebe.
Im Mittelpunkt steht der 37-jährige Mecki, der bei einem Datingtreff versucht, neue Kontakte zu knüpfen. Ahr bleibt nah bei ihren Protagonist:innen, lässt sie in Dialogen und Chatverläufen selbst zu Wort kommen und erzählt in einer zurückhaltenden und zugänglichen Sprache von Unsicherheit, Sehnsucht und den ersten Schritten aufeinander zu.
„Die große Kunst dieses Artikels ist es, dass wir stets auf Augenhöhe bleiben“, heißt es in der Laudatio von Jurymitglied Tanja Krämer.
Erste Impressionen der Preisverleihung
Würdigung journalistischer Arbeiten
Zum 20. Mal würdigte das Deutsche Rote Kreuz mit dem DRK-Medienpreis journalistische Arbeiten, die sich mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes beschäftigen.
Die Sponsoren des DRK Medienpreis 2026
Das Deutsche Rote Kreuz bedankt sich für die freundliche Unterstützung. Der DRK Medienpreis 2026 wird durch Bremer Sponsor:innen mit einem Gesamtwert von 12.000 Euro unterstützt. Zu den Sponsoren des DRK Medienpreis 2026 zählen: AOK, VuK-Stiftung, Sparkasse Bremen und Connext Marketing.
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